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Praktikumsberichte

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Praktikum Geburtshaus Tagmond

 

Vom 2.-6. Februar 2009 durfte ich als Hebammenschülerin im Geburtshaus Tagmond ein Praktikum absolvieren, um einen Einblick in die freiberufliche Tätigkeit der Hebamme zu bekommen.

Ich durfte in dieser Woche bei 4 Schwangerschaftskontrollen dabei sein, an einem Geburtsvorbereitungsabend teilnehmen, 2 Geburten miterleben und 4 Wochenbettbesuche machen.

Als Hebammenschülerin ist man während den Praktika vor allem in Spitälern tätig. Da ich mich sehr für die freiberufliche Tätigkeit der Hebamme interessiere, wollte ich neben den verschiedenen Spitälern auch noch in ein Geburtshaus hineinschauen. Mir war wichtig, zu erfahren, was es bedeutet ausserklinisch zu Arbeiten, rund um die Uhr verfügbar zu sein und wie ein Geburtshaus funktioniert.

Gleich am ersten Tag wurde mir das ganze Geburtshaus gezeigt und die Arbeitsweise der Hebammen erklärt. Das ganze Haus war gut aufgeteilt, schön und praktisch eingerichtet. Vor allem das Geburtszimmer war sehr einladend, in farbigen, warmen Tönen dekoriert und ganz natürlich gestaltet. Interessant für mich war die Aufteilung der Arbeit unter den Hebammen. Es arbeiten immer zwei zusammen, welche sich bei Ferien oder Abwesenheit ablösen und einander helfen, wenn eine zweite Hebamme bei der Geburt notwendig ist. Die Frau lernt die zweite Hebamme auch immer vor der Geburt kennen.

Die Hebamme arbeitet sehr unterschiedlich. Sie ist auf Pikett für die Geburten, für die schwangeren Frauen und die Wöchnerin 24 Stunden erreichbar. Das Geburtshaus hat gute Kontakte zu Belegärzten, welche zur Geburt kommen, wenn sie gebraucht werden.

Mir gefällt das System des Geburtshauses sehr. Die Frau wird von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett von der gleichen Hebamme betreut, welche die Frau sehr gut kennen lernt. Somit kann sie perfekt auf die Bedürfnisse der Frau und die des Partners eingehen. Ich finde es auch sehr schön, dass die Hebamme sich sehr viel Zeit nimmt für die werdenden Eltern. Es hat somit Platz für viel Gespräch, Fragen und Antworten. Auch alternative Heilmittel stehen der Frau zur Verfügung. Im Geburtshaus wird auch sehr viel wert auf die Selbstbestimmung der Frau gelegt. Sie wird in ihren Entscheidungen unterstützt, aber nie bevormundet. Die Hebammen haben auch ein grosses Wissen aus ihren Erfahrungen und wissen immer noch ein Tipp oder ein Trick.

Die beiden Geburten haben mich sehr beeindruckt, weil es schön war, zu sehen wie ruhig die Atmosphäre sein kann und keine Hektik verbreitet wird. Vor allem am Schluss der Geburt hat mich die Ruhe der Hebamme sehr berührt. Zu erleben, dass die Frau durch ihre Kraft einfach gebären kann, ohne grosse Aufregung, Handlung oder Medikamente. Die 2 Geburten haben meine Vorstellung vom natürlichen gebären wieder gestärkt, mir gezeigt, dass die vielen Massnahmen in den Spitälern eigentlich gar nicht immer notwendig wären. Mir gefiel auch die Zeit nach der Geburt, wo den frischgebackenen Eltern Zeit gelassen wird ihr kleines Kind in Empfang zu nehmen und es das erste Mal an die Brust setzen können.

Was ganz anders als im Spital ist, dass man von Anfang bis zum Ende der Geburt, noch ca. 4-6 Stunden danach und bis alles aufgeräumt, geputzt und geschrieben ist, im Geburtshaus ist. Was zum Teil sehr (sehr J) lange Arbeitsstunden geben kann.

Im Wochenbett werden die Eltern sehr schnell zur Selbständigkeit angeleitet. Das finde ich sehr gut, denn so lernen sie schnell auf sich selber zu Vertrauen und lernen das Kind sehr schnell kennen. Die Hebamme kommt ca. 12 Stunden nach der Geburt zu den Eltern nach Hause und kommt danach jeden Tag mind. einmal vorbei. Wenn die Eltern gut klar kommen, vergrössern sich die Abstände der Wochenbettbesuche. Auch hier wird sehr gut auf die Bedürfnisse der Eltern und des Kindes eingegangen.

In dieser Woche konnte ich sehr viel spannende Sachen erleben und habe gut in die Arbeit der freischaffenden Hebamme hineingesehen. Ich lernte die Sonnen- und Schattenseiten kennen und konnte in etwa erleben, was es bedeutet, selbständig zu Arbeiten. Ich konnte viele verschiedene und spannende Gespräche mit den Hebammen führen und sie beantworteten immer geduldig meine Fragen. Für mich war es eine sehr bereichernde Woche, welche mir auch viel Spass bereitete.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den vier Hebammen bedanken, welche mich so herzlich aufgenommen haben und sich Zeit für mich genommen haben, mir alles zu erklären und zu zeigen. Ich durfte von ihnen viel lernen und mein Hebammenwissen erweitern. Mir war das Praktikum sehr wichtig.

Ebenfalls möchte ich mich bei allen Eltern bedanken, welche mir erlaubt haben, bei den Schwangerschaftskontrollen, Geburten und Wochenbettbesuchen dabei zu sein. Aber auch den 2  Kindern Julia und Ivo, welche sich entschieden haben, in dieser Woche zur Welt zu kommen.

Innerberg 21. Februar 2009

Lisanne Matter

 

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Einblickspraktikum im Geburthaus Tagmond vom 6.9. – 19.9. 2010

 

Während meines ersten Ausbildungsjahres an der Hebammenschule in Bern bekam ich die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Praktikum im Geburtshaus Tagmond zu absolvieren.  Dabei lag es in meiner Hand, eine geeignete Praktikumsstelle zu suchen und auszuwählen. Ich entschied mich für das Geburtshaus Tagmond in Pratteln, weil ich nach meinem Spitalpraktikum auch einen Einblick in die Arbeit einer freiberuflichen Hebamme erhalten wollte. Das Tagmond eignete sich hierfür natürlich sehr gut, da ich so die Möglichkeit hatte, gleich bei drei Hebammen dabei zu sein und weil das Geburtshaus in meinem Nachbardorf liegt.

Gespannt blickte ich dem Start dieses Praktikums entgegen, denn ich sehnte mich nach 10 Wochen Spitalerfahrung als Hebamme sehr nach dem Vertrauen in die Natur und nach familienzentriertem Arbeiten.

 

Meine Erwartungen wurden während diesen zwei Wochen im Tagmond vollkommen gedeckt. Ich erlebte in dieser Zeit viele schöne Momente mit Frauen und deren Familien, die mir zeigten, dass eine Hebamme im Leben einer Familie einen sehr wichtigen Platz einnehmen kann und eine grosse Vertrauensperson für die Frau ist. Die herzliche Beziehung zwischen den Frauen und den Hebammen hat mich sehr beeindruckt.

Dadurch dass die Hebamme im Geburtshaus Tagmond eine Frau kontinuierlich durch die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett begleitet, entsteht überhaupt die Möglichkeit, eine solche Vertrauensbasis und Beziehung zur Familie aufzubauen. Erst wenn diese Vertrauensbasis vorhanden ist, kann eine Frau richtig und individuell betreut und informiert werden.

Für dieses notwendige Vertrauen und die Beziehung braucht es viel Zeit. Zeit, die in einem Spital oft gar nicht vorhanden ist und dadurch oft nicht auf die Umwelt einer Frau eingegangen wird. Mich hat sehr beeindruckt, wieviel Zeit sich Hebammen im Geburtshaus Tagmond für die Frauen und ihre Familie nehmen. Nie hatte ich als „Mitbeteiligte“ das Gefühl, dass die Hebamme während eines Gespräches oder einer Kontrolle an die Zeit dachte oder gar gestresst war. Alle Gespräche und Besuche verliefen stets in einer ruhigen Atmosphäre, wo alle Themen Platz fanden und sehr auf die Frau und ihre Umwelt eingegangen wurde.

Zeit verbringt eine freipraktizierende Hebamme jedoch auch viel im Auto. Ich fand es sehr eindrücklich, welche Strecken ich in diesen zwei Wochen zurücklegte und wie hilfreich doch so ein Tomtom sein kann.

Das Geburtshaus Tagmond ist eines von wenigen Geburtshäusern in der Schweiz, in dem die Hebammen nicht nach einem Dienstplan arbeiten. Eine Hebamme ist ab rund 3 Wochen vor dem Geburtstermin einer Frau 24h auf Pikett. Ich fand es interessant, diese Erfahrung zu machen und zwei Wochen rund um die Uhr erreichbar zu sein. Denn ein Pikett-Dienst ist verbunden mit viel Organisation!!

Leider hatte ich jedoch keine Möglichkeit bei einer Geburt dabei zu sein und meine Erreichbarkeit in der Nacht auf Probe zu stellen J. Gerne hätte ich den Unterschied einer Spitalgeburt und Geburtshausgeburt gesehen, da mir im Praktikum klar wurde, dass hier ganz anders gearbeitet und betreut wird als im Spital (CTG, Dammschutz, Dammschnitt, etc.).

Meine Enttäuschung über eine fehlende Geburt ist jedoch sehr klein, da ich sehr viele Erlebnisse aus diesem Praktikum mitnehme. Ich bin über jeden Wochenbettbesuch, jede Schwangerschaftskontrolle, Nachkontrolle und jede Kursteilnahme sehr dankbar.

Ich konnte viele schöne und motivierende Eindrücke sammeln, vielen interessanten und lehrreichen erlebten Hebammen-Geschichten zuhören, viele effektive und spannende natürliche Heilmittel kennenlernen und mein eigenes Vertrauen in die Natur und die Physiologie rund um eine Geburt stärken.

 

Liebe Herta, Bernadette und Vera, ich bin Euch dreien sehr dankbar für die Zeit, die ihr euch für mich genommen habt, für eure Antworten und euer Wissen!!!

Mein Dank geht aber auch an alle Familien und Frauen, die mich an Ihrem Glück teilnehmen liessen.

Marisa Zumbrunn

Muttenz, 19.9.2010

 

geburtskontrolle

Zu jeder Schwangerschaft gehört eine Hebamme!

Deine Tagmond-Hebamme, betreut dich individuell und ganzheitlich während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Im Rahmen meiner Hebammenausbildung an der Berner Fachhochschule, bekam ich die Möglichkeit während zwei Wochen Geburtshaus-Luft im Tagmond in Pratteln zu schnuppern. Nach meinem zehnwöchigen Spitalpraktikum in einem Spital mit 2200 Geburten pro Jahr, wurde ich überwältigt von meinen Eindrücken und Erlebnissen dort. Ich bin zu tiefst beeindruckt von der Arbeit, die diese Hebammen leisten.

 

Als Einstimmung einige Stichworte die mir in Gedanken an meine Zeit im Geburtshaus Tagmond spontan einfallen:                                                    

Liebevolle Kontakte, Zeit, Geduld, Vertrauen, Respekt der Frau, Natur und dem werdenden Leben gegenüber, ganzheitliche und individuelle Betreuung - kein Schema x gilt für alle , Kontinuität, Ressourcen- und bedürfnisorientiert, Herzlichkeit, rund um die Uhr Abrufbar-sein.

 

Am 7. März habe ich den Informationsabend besucht. Es kamen etwa sechs Paare. Sofort fühlt man sich willkommen geheissen. Die Atmosphäre war unbeschreiblich und einfach nur schön. Die Hebammen wirkten auf mich so menschlich und waren mir sofort sympathisch. Es war sehr schön zu beobachten wie jedes einzelne Paar persönlich begrüsst wurde und im Anschluss mit ihnen gesprochen wurde. Alles was die beiden Hebammen an der Information erzählten, wirkte authentisch. Ich fand es toll gestaltet, wie das Erzählte mit Fotos von ihrer Arbeit unterstützt wurde. Ein Paar, welches selbst die Erfahrung einer Geburtshausgeburt machen durfte, kam vorbei und erzählte von ihrem Erlebnis. Die Interessierten wurden durch die Räumlichkeiten geführt und durften all ihre Fragen stellen. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Pflanzen und Bilder vermitteln ein „sich-wie-zu Hause-fühlen“.                                                                                                                                                               

Ein wichtiges Thema des Abends war die Sicherheit. Gut haben die Hebammen informiert, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit eine Frau im Geburtshaus gebären kann. So dürfen es zum Beispiel keine Zwillinge sein und das Kind muss am Geburtstermin mit dem Kopf nach unten liegen. Sie erläuterten wie ihre Zusammenarbeit mit Frauen- und Kinderärzten, sowie Spitälern funktioniert. Das Geburtshaus ist rundum abgesichert, nur dass die Technik dort nicht überhandnimmt. So ist beispielsweise der Sauerstoff für das Neugeborene in der Schublade versorgt und wird erst vor der Geburt bereitgelegt. Oder der Infusionsständer und die Saugglocke stehen hinter einem Vorhang. Auch alle Medikamente sind vorhanden, aber es wird nicht schon ohne Grund jeder Frau einen Infusionszugang gelegt. Die Offenheit, Wärme, Natürlichkeit und Herzlichkeit, die ich erfahren und spüren durfte hat mich schon da begeistert. 

                                                                                                                                           

Die drei Hebammen Bernadette, Herta und Magdalena haben all meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Geburtsvorbereitungskurse für Paare im Geburtshaus und im Sole uno in Rheinfelden, Rückbildungskurse, Schwangerschaftskontrollen, Wochenbettbesuche bei den Familien zu Hause und sogar drei Geburten im Geburtshaus durfte ich miterleben. Bei all dem war ich beeindruckt, was für eine persönliche Beziehung zwischen Hebamme, Frau und Partner aufgebaut wurde. Die Hebamme hatte immer Zeit zuerst einfach nach dem Allgemeinzustand und ihrem Wohlbefinden zu fragen. Die Frau durfte einfach erzählen, was ihr auf dem Herzen lag. Und die Hebamme hatte ZEIT! Es war schön so vertrauensvolle Beziehungen mitzuerleben. Alle Frauen wurden sehr ernst genommen, was ich als äusserst wichtig betrachte.

Im Spitalalltag sind häufig Routinemassnahmen notwendig, da keine Vertrauensbeziehung vorhanden ist und sich Hebamme und Frau bei der Geburt oft zum ersten Mal begegnen. Es ist verrückt, wenn man bedenkt, dass bei einer Geburt die Entspannung ein wesentlicher Bestandteil ist, der ohne Vertrauen massiv erschwert wird.  Es ist schwierig sich hingeben, loslassen, sich öffnen und schliesslich zu gebären unter solchen Voraussetzungen. Kann eine Frau sich in der Klinik nicht entspannen, wird oftmals eine Periduralanästhesie gelegt. Nicht selten hat dies eine Saugglockengeburt zur Folge.  

Weiter wird heutzutage im Spital relativ viel die Geburt eingeleitet, einfach weil der Geburtstermin vorbei ist. Mehr als nur einmal, habe ich im Spital miterlebt, dass die Geburt bei nur knapper Terminüberschreitung eingeleitet wurde, obwohl für das Kind im Bauch der Mutter kein Risiko bestanden hat.  Häufig enden solche Einleitungen in einer Spirale von Erschöpfung der Mutter, PDA, Wehenmittel, Fehleinstellungen, Herztonabfälle bis hin zur Saugglockengeburt oder dem Kaiserschnitt.    

Bei mindestens zwei Frauen, die ich in der kurzen Zeit im Geburtshaus erleben durfte, wurde mit Geduld abgewartet und sorgfältig überwacht, bis die Geburt von selbst begonnen hat. Ich bin überzeugt, dass diese beiden Frauen, wären sie nicht im Geburtshaus gewesen, nicht an einer Einleitung vorbeigekommen wären. Trotzdem ist zu betonen, dass die Hebammen kein Risiko eingehen. Sie überwachen die Frau gleichermassen häufiger über den Termin und verweisen sie falls nötig zum Frauenarzt für einen Ultraschall zur Fruchtwasserkontrolle.

Die Hebammen machen während der Schwangerschaftskontrollen alles was ein Arzt auch machen würde, ausser dem Ultraschall. Die Hebamme ist Fachfrau dafür, die Abweichung zu erkennen und die regelrichtige Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eigenständig zu betreuen. Der wichtigste Unterschied zum Frauenarzt ist, dass die Hebammen mindestens eine Stunde für die Frauen Zeit haben. Damit auch ein Gespräch und das Erzählen über das Allgemeinbefinden Platz haben. Die Hebammen haben ausserdem Tipps für alles und jeden. Oftmals nützen bereits Hausmittelchen, Homöopathie oder Schüssler-Salze, ohne dass Medikamente notwendig sind.                        

Es wird viel mit den Händen gearbeitet. So tastet die Hebamme beispielsweise den Bauch ab und erklärt auch dem Mann wie er spüren kann, wie das Ungeborene liegt.  Es sind aber auch alle Geräte vorhanden, um zum Beispiel das Hämoglobin oder den Blutdruck zu messen sowie eine Herzton-Wehen-Kurve zu schreiben. Der Partner oder ältere Geschwister werden mit einbezogen und Termine werden so gelegt, dass der Mann auch trotz der Arbeit mitkommen kann.

Ich durfte erleben, wie die Frauen in ihrem Vertrauen gestärkt werden, gebären zu können. Für die Geburt, wäre das Geburtshaus sogar mit einer Saugglocke und einer Zange ausgerüstet. Dies kommt hier aber höchstens 1x im Jahr vor. Der zuständige Arzt ist ebenso auf Piquett und kann bei Bedarf von den Hebammen benachrichtigt werden. Manchmal werden sie auch erst nach der Geburt gerufen um eine Geburtsverletzung im Geburtshaus zu versorgen. Meist ist dies aber gar nicht notwendig, da von 45 Gebärenden, 31 einen intakten Damm aufweisen.

Die Frauen kriegen alle Informationen zu der Zeit, wenn sie sie aufnehmen können. Die Hebammen besucht die Familie zehn Mal zu Hause, überwacht genau gleich wie im Spital und steht mit Rat und Tat zur Seite. Stillberatung, Anleitung zur Rückbildung, Tragetuchanleitung oder Informationen zu diversen Themen sind inklusive. Der Kinderarzt besucht die Familie in den ersten Tagen zu Hause. Die Hebammen sind auch nach der Geburt rund um die Uhr für die Frauen telefonisch erreichbar. Dies vermittelt den Frauen Sicherheit. Ausserdem kann das Wochenbett so viel ruhiger gestaltet werden. Besucher kreuzen nicht einfach unangemeldet auf, wie im Spital. Die Eltern werden schnell selbständig und haben Zeit ihr Kind kennenzulernen und auf ihre Intuition zu vertrauen. Sie müssen nicht jedes Mal von vorne anfangen zu erzählen, denn ihre Hebamme kennt die Geschichte.  Schade auch, dass so viele Frauen und Familien nicht wissen was sie zu Gute haben. Zu jeder Schwangerschaft gehört eine Hebamme!                                                                                                                   

Die Hebammen des Geburtshauses leisten einen enorm wichtigen Beitrag im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung. Es ist absurd, dass die im Vergleich zu einem Spitalaufenthalt minimen Kosten von 500.- Fr. für die Infrastruktur, nur von 4 Krankenkassen übernommen werden. Da keine Trägerschaft vorhanden ist, hängt das Tagmond momentan in der Luft!                                                                                                                                                             

 Politisch sind zwar die Geburtshäuser den Spitälern gleichgestellt  worden, bis jetzt merkt aber noch niemand etwas davon, ausser die  Hebammen, die dadurch mit einem Mehraufwand an Bürokratie konfrontiert sind. Der Bund verlangt, dass verschiedene Statistiken zusätzlich abgegeben werden und dann sollten die Geburtshäuser ab 2012 Beiträge vom Kanton erhalten.  Es werden auch DRGs (Fallpauschalen) für eine  Geburtshausgeburt festgelegt. Die Tarife stehen jedoch noch nicht fest und es ist auch noch nicht sicher, ob diese Tarife dann wirklich kostendeckend sind. Ausserdem ist auch noch nicht klar, wie der zeitliche Mehraufwand an Bürokratie von den Hebammen erbracht werden soll. Wenn die Aufnahme auf die Spitalliste definitiv gelingt und der Bund mit den abgegebenen Daten zufrieden ist, sollten zukünftig die Infrastrukturbeiträge für alle Frauen aus den Krankenkassen gedeckt werden. Gelingt dies aber nicht, werden alle Kunden eines Tages diese Beiträge selber bezahlen müssen.

                                                                                                                                                                                                                  

Obwohl das Tagmond es finanziell nicht leicht hat, ist es den Hebammen ein Anliegen, dass auch diejenigen Frauen, die sich diesen Infrastrukturbeitrag nicht leisten können, zur Geburt ins Geburtshaus kommen können. Für diese Fälle existiert ein Fonds.                                                                        

Es stimmt mich traurig, zu wissen, dass die Zukunft des Geburtshauses zur Zeit ungewiss ist. Diese wertvolle Arbeit erfordert von den Hebammen, für jede Frau, je nach Situation  5 Wochen auf Abruf zu sein. Allerdings wollen dies nicht mehr so viele Hebammen auf sich nehmen. So braucht es jeweils auch viel Geduld geeignete Hebammen zu finden.                                                                            

 Ich hoffe sehr, dass sich bald ein paar Menschen finden lassen, die diese extrem wichtige Arbeit anerkennen und wertschätzen. Ich bin überzeugt, dass dieses Geburtshaus viel dazu beiträgt, dass die Region eine humane Geburtshilfe beibehält, als Gegenpol zu den ständig steigenden Kaiserschnittraten.

Nicht nur für Schwangere und Gebärende, auch Hebammenschülerinnen wie mir, gibt diese Erfahrung Kraft und Vertrauen, woraus ich in schwierigen Momenten der Ausbildung schöpfen werde. Die Erfahrung der drei und dieses immense Wissen ist so wertvoll und für mich eine einmalige Chance! Ich bin überzeugt, dass mich diese kurze Zeit weiter geprägt hat für meinen Hebammenweg. Es bereitet mir grosse Freude, dass ich beispielsweise im Bereich der Leopoldschen Handgriffe grosse Fortschritte machen durfte. Ich hatte viele Chancen verschiedenste Bäuche in den unterschiedlichsten Schwangerschaftswochen abzutasten und Kopf von Fudi zu unterscheiden. Ich durfte ganz viel profitieren und denke mehr gelernt zu haben, als während des ganzen letzten Schulblocks.  

Vielen, vielen Dank Bernadette, Herta und Magdalena. Eure Offenheit und Herzlichkeit hat mich zutiefst beeindruckt. Ich bin sehr, sehr dankbar für diese Chance, einen so wertvollen Einblick erhalten zu haben. Danke, für den Aufwand und die Mühe, die ihr euch gemacht habt! Ihr seid wahnsinnig wertvolle Frauen!!!                                                                                                                  

Mein herzlichster Dank gilt auch den Frauen, Paaren und Familien, die mich so selbstverständlich an Gesprächen, Kontrollen und bei Besuchen in persönlichen und intimen Momenten, teilhaben liessen. Danke der kleinen Andrea und Ayleen, sowie dem kleinen Maël. Ausserdem deren Eltern: Es ist nicht selbstverständlich, dass ich als Schülerin diesen Moment miterleben durfte. Es war wunderschön für mich und hat mich sehr berührt. DANKE!

 

Bericht zum Einblickspraktikum (22.8.11-4.9.11 und etwas länger) Mirjam Kummli, Hebamme i.A.