Die 600. Tagmondgeburt aus der Sicht einer Hebammenstudentin...

Das Klingeln meines Telefons weckte mich nach Mitternacht vom 23. April 2018.

Die Wehen haben eingesetzt und das Paar macht sich langsam auf den Weg ins Tagmond, hieß es. Also machte auch ich mich auf den Weg. Trotz April war es angenehm warm und die Strassen von Basel menschenleer. Vorfreude machte sich in mir breit, schliesslich war es meine erste Geburtshausgeburt im Tagmond. Meine Erfahrungen konnte ich bisher nur in Spitälern sammeln. Als ich losfuhr, hatte ich mein Zeitgefühl verloren und befürchtete zu spät zu kommen. Im Tagmond angekommen, war ich aber die Erste und musste schmunzeln. Bernadette traf kurz nach mir ein und wir schufen eine gemütliche Atmosphäre, in dem wir das Licht dämmten und einige Kerzen anzündeten. 

Als die werdenden Eltern eintrafen, kamen die Wehen schon in regelmäßigen Abständen und waren für Tanja bereits intensiv. Das Paar wirkte aber sehr entspannt und Bernadette prüfte die Herztöne des Babys: Es waren regelmässige und rhythmische Herztöne um 130 Schläge pro Minute zu hören. Tanja tigerte etwas im Gebärzimmer umher und bald entschieden wir uns die Badewanne einzulassen. Ich half der werdenden Mutter aus ihren Stützstrümpfen und nach zwei, drei Wehen konnte in die Wanne gestiegen werden. Seit Ankunft des Paars war bis zu diesem Zeitpunkt eine knappe Stunde vergangen. In dieser Zeit konnte ich bereits beobachten, wie sich die Intensität der Wehen verstärkte. Während den Wehen atmeten wir alle mit Tanja mit und ihr Partner Stefan unterstützte sie sehr liebevoll. In den Wehenpausen sprachen wir sogar über ihr neu erworbenes Auto. An dieser Stelle ein Kompliment an Stefan, da er die erste Fahrt mit seiner in den Wehen liegenden Frau souverän gemeistert hat!

Nach diesem kurzen Spass wurde es ernster und ich hatte die Chance, den wunderschönen Moment der Geburt zu beobachten und nur für die Frau – und das Paar da zu sein. In meiner Ausbildung im Spital muss ich an viele Dinge und Personen (wie Abläufe, Richtlinien und Ärzte) gleichzeitig denken und die Geburt grösstenteils selbständig leiten. Dabei gehen Feinheiten in der Betreuung unter oder es ist nicht immer möglich, sich allem mit voller Aufmerksamkeit zu widmen. In dieser Nacht konnte ich die Geburtsführung Bernadette überlassen!

Die Herztöne des ungeborenen Kindes schlugen rhythmisch und sagten uns, dass es ihm gut geht. Das Wasser fühlte sich für Tanja gut an und sie versuchte einige Positionen aus, bis sie schliesslich im Vierfüsslerstand verharrte. Ihr Becken schaukelte sie in den Wehenpausen im Wasser hin und her und ermöglichte ihrem Kind so, den richtigen Weg zu finden. Die Kraft der Wehe liess kurze Zeit später die Fruchtblase platzen. Durch den Drucknachlass spürte Tanja, dass sich der Wehendruck verstärkte und das Kind tiefer ins Becken rutschte. Schon bald zeigte sich diese Veränderung in Pressdrang. Es war faszinierend zu beobachten, dass keine vaginale Untersuchung nötig war, um zu wissen, dass der Muttermund bereits vollständig offen war. Die äusseren Zeichen reichten vollkommen aus. Tanja drückte meine Hand nun stärker und gab dem Druck in der Wehe nach und presste. 

Schon kurze Zeit später war das Köpfchen des Kindes sichtbar und der Körper folgte wenige Momente später. Tanja atmete tief ein und griff zwischen ihren Beinen hindurch zu ihrem Kind und zog es sanft nach vorne an die Oberfläche. Hallo mein Baby, willkommen Charlotte! 

Tanja zog ihr Kind auf ihre Brust und wir deckten die Kleine mit einem warmen Tuch zu. 

Wir Hebammen entfernten uns ein Stück und verharrten über Minuten, indem wir die drei nur beobachteten. Charlotte wurde immer rosiger, begann ihren kleinen Mund zu bewegen und ihre Äuglein zu öffnen. Ein magischer Moment war geschaffen, die Magie der Geburt! 

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne.       Hermann Hesse

Tag der offenen Tür September 2017

Es war ein wundervoller sonniger Samstag. Die Türe ins Geburtszimmer mit der grossen orangen Gebärwanne stand weit offen für Interessierte - und natürlich wollten auch einige Kinder sehen, wo sie auf die Welt gekommen sind. Auch das eine Wochenbett Zimmer im Erdgeschoss konnte frei besichtigt werden. Kulinarisch gabs heisse Kürbissuppe, feine Crèpes sowie eine riesige Auswahl an feinen selbergemachten Kuchen und Torten zur Auswahl. Die Kinder standen Schlange, um eine Blume oder Schmetterling aufs Gesicht gemalt zu bekommen. Ein weiterer Hit war das von Hand angetriebene Kinderkarussell für grössere und kleinere Kinder. Alle Feuerfans standen um eine grosse Feuerschale mit einer Wurst oder Schlangenbrot am Stecken.
Aktive Hilfe und Instruktionen gabs beim Tragtuchtragen mit Annelore. Almut gab wertvolle Tips und Informationen für Wickel für Babies und Kleinkinder....  ebenso zeigten die Besucher auch reges Interesse an unserem Hausprojekt! Wir danken allen für die grosszügigen kleinen und grossen Spenden !!!

Geburtsbericht für Jaron Tobija

Anfangs November stand noch der Umzug an. Mami und Papi bereiteten sich darauf vor, dass du vielleicht an diesem Tag kommen möchtest. Du warst aber gnädig und hast gewartet, bis wir einigermassen eingerichtet waren. Mami hat viel versucht, um dich aus deinem Nestchen zu locken, war in der alten Wohnung einen Tag lang putzen, hat sich mit Papi im Aqua Basilea entspannt, mit deiner Grossmami einen Spaziergang gemacht, Milch abgepumpt…Alles schien nicht zu helfen. Am 18. November haben dein Papi und deine Mami die alte Wohnung abgabefertig geputzt und dann kam eine Freundin zum Zvieri. Beim Abendessen weihten wir unser frisch gekauftes Fondue-Caquelot ein, während nebenher die Waschmaschine die romantische Idylle etwas trübte. Deine Mami war ziemlich kaputt vom Putzen. Im Kontakt mit einer Freundin sagte deine Mami, sie sei jetzt bereit für dich, doch du solltest ihr bitte noch bis 3 Uhr morgens Ruhe gönnen.

Papi und Mami machten sich einen gemütlichen Fernsehabend und schauten noch eine Sendung HappyDay fertig, bevor wir uns um Mitternacht schlafen legten.

Um 4:02 Uhr wurde deine Mami wach mit Bauchschmerzen, bei denen nur Mitatmen half. Mit dem Gedanken, dass dies allenfalls Wehen sein konnten, notierte ich die Uhrzeiten auf dem Natel. Wollte aber erstmal gar nichts unternehmen, solange die Wehen nicht eine Stunde lang regelmässig kamen. In der Stunde zwischen 4 und 5 Uhr morgens kamen die Wehen alle 3-12 Minuten, jedoch nicht in regelmässigen Abständen. Ich dachte mir schon, dass du dich jetzt wohl auf den Weg machst. Kurz bevor ich deinen Papi sowieso wecken wollte, kam eine derart heftige Wehe, dass ich nach ihm packte und er daran erwachte. Er sah mich an und fragte, was los sei. Meine Antwort: Ich hatte seit einer Stunde Wehen. Dies war für ihn kein so schönes Erwachen, er war etwas überrumpelt und fragte, was er machen solle. Ich bat ihn, erstmal die Wärmeflasche aus dem Auto zu holen, denn wir hatten die letzten 3 Tage unser Köfferchen für die Geburt schon im Auto. Durch die Wärme wurden die Wehen aber nicht besser, eher schlimmer. Mami wollte noch kurz die Geschirrspülmaschine ausräumen, die wir abends zuvor laufen liessen, hat es aber nicht mehr geschafft. Dein Papi hat gesagt, ich solle endlich der Hebamme anrufen. Um 5:38 habe ich also Bernadette angerufen und ihr geschildert, was seit 4 Uhr lief. Während der ganzen Schilderung am Telefon kam keine Wehe und ich habe mir schon gedacht «toll, jetzt habe ich sie vergebens geweckt». Doch dann kamen gleich zwei Wehen hintereinander und ich war froh darum, denn so merkte ich auch, dass sie dies auch als Geburtsbeginn deutete. Wir verabredeten uns für 7 Uhr im Geburtshaus Tagmond in Pratteln, wo du geboren werden solltest. Kaum war das Telefonat beendet, wurden die Wehen heftiger und die Abstände kürzer. Mami konnte weder liegen noch sitzen. Herumspazieren war das einzige, was half. Dein Papi machte mir noch eine Trinkflasche mit Isostar bereit, was mir noch etwas Flüssigkeit während den Wehen zurück geben sollte.

Ich war sehr froh, als 6:30 war und wir losfahren konnten, denn ich fragte mich schon, wie ich diese Autofahrt noch aushalten sollte. Es hatte etwas Schneeregen und während der Fahrt nach Pratteln hatte ich 3 Wehen.

Beim Geburtshaus angekommen, warteten wir noch etwa 2-3 Minuten auf Bernadette, gerade als sie kam, hatte ich eine Wehe und musste kurz warten mit Aussteigen. Bernadette ging schon mal rein und wir kamen dann nach. Drinnen angekommen, war ich beschäftigt mit dem Veratmen der Wehen während dein Papi die Musik installierte und die Hebamme ihm einen Tee machte und ihre Materialien für die bevorstehende Geburt vorbereitete. Die Wehen kamen nahe aufeinander, es gab fast keine Verschnaufpausen mehr. Du hast mich da ganz schön gefordert, mein Kleiner.

Bernadette untersuchte bald das erste mal vaginal um ca 7:30. Da war der Muttermund zu meiner Enttäuschung erst 3cm geöffnet (nach der Geburt sagte sie mir, es wären eher 2cm gewesen, aber sie wollte mich nicht entmutigen). Ich wusste nicht, wie ich dies noch den ganzen Tag mit solchen Wehen aushalten sollte. Deine Herztöne waren gut. Bernadette sagte aber auch, dass der Muttermund recht weich sei und sie denkt, die Geburt würde rasch voran schreiten. Sie liess mir Badewasser in der Geburtswanne ein. Bis die Wanne gefüllt war, verarbeitete ich meine Wehen mit herumspazieren und stehen. Dein Papi massierte mir den Rücken. Ich stieg ungefähr um 7:50 in die Wanne. Dies war zu Beginn eher etwas unangenehm, da ich die Wehen stärker empfand. Die Pausen wurden aber angenehmer und viel entspannter, ich konnte mich dann besser erholen in den Wehenpausen. Relativ rasch kam ich an den Punkt, wo ich dachte, ich stünde dies niemals durch, die Wehen waren so heftig und in so kurzen Abständen. Im Bewusstsein, dass dieser «Erschöpfungspunkt» normalerweise erst bei ungefähr 8cm Muttermundöffnung kam und ich ja grad kurz vorher noch bei 3cm war, machte mir dies etwas Angst. Denn ich wusste, ich kam vor deiner Geburt nicht mehr aus dieser Wanne, dies würde ich nicht mehr schaffen. Venösen Zugang hatte ich auch nicht und viel mehr Möglichkeiten gab es ja im Geburtshaus dann auch nicht mehr. Bernadette und dein Papi haben mir zur Seite gestanden und mich sehr schön begleitet und motiviert! Als ich das Gefühl hatte, ich konnte wirklich nicht mehr und würde dies nicht schaffen, hat mir Bernadette angeboten, nochmals vaginal zu untersuchen, sie hätte das Gefühl, es sei da wahrscheinlich nochmals einiges gegangen. Ich willigte ein. Und tatsächlich tastete sie eine Öffnung von 7-8cm. Ich war froh, doch auch etwas überfordert, weil alles so schnell ging bis da!

Bald kam der Punkt, wo es unglaublich anfing zu Drücken und ich konnte mich kaum gegen den Druck wehren und wollte mitschieben. Bernadette untersuchte nochmals. Die Untersuchung machte höllisch weh! Es war Saum! Also nur noch ein ganz kleiner Spalt vom Muttermund, der noch weg musste. Der schlimmste Teil der Geburt! Dies war ein vernichtender Schmerz, gegen den ich nichts tun konnte. Die Hebamme fragte, ob sie den Saum versuchen sollte, über deinen Kopf zu schieben, damit er weg war. Doch es tat so dermassen weh, dass ich sie bat, sie soll da weg! Sie hat mir dann etwas Nachtkerzenöl auf diesen Saum gestrichen und am Fuss eine Akupunkturnadel gesetzt beim sogenannten «Tor zur Erde» Punkt. Von da an ging’s schnell. Der Saum verschwand und ich durfte endlich guten Gewissens mitschieben. Du hattest es eilig! Ein starkes Brennen in der Symphysengegend begleitete jede Wehe. Dies war sehr unangenehm, denn gegen die Wehe konnte ich nun endlich etwas tun, nämlich dich etwas nach unten schieben, Wehe für Wehe etwas näher in meine Arme. Doch dieses Brennen in der Symphyse war mühsam! Bernadette meinte, dass du da vielleicht mit deinem Kopf etwas anstehen würdest und versuchte, deinem Kopf manuell etwas um die Kurve zu helfen. Dies schien auch gelungen zu sein, denn schon bald spürte ich dich tiefer und tiefer treten. Alles spannte und bald schon konnte ich deinen Kopf tasten, der schon aus meiner Scheide rausdrückte. Noch rutschte er in der Wehenpause etwas zurück, doch schon 1-2 Wehen später rutschte er nicht mehr zurück und ganz bald schon war dein Kopf geboren. Dein Körper folgte ungefähr 2min später. Herzlich Willkommen Jaron Tobija!!! Welch ein Wunder, sein eigenes Kind da in der Geburtswanne zu haben! Bernadette befreite dich von der Nabelschnur, die du 1x locker um den Hals hattest. Ich nahm dich hoch und wartete angstvoll auf deinen ersten Atemzug, den du auch bald gemacht hast. Mami und Papi sind soo stolz auf dich, wie toll du das gemacht hast, lieber Jaron! Du kamst genau an deinem errechneten Geburtstermin, dem 19.11.2017 zu uns und hast dir die Zeit 9:19 für deine Geburt ausgesucht.

8min nach dir kam auch die Plazenta. Bernadette legte diese in eine Schüssel aufs Wasser, damit sie schwimmt und du das Blut, welches noch zu pulsierte, noch bekamst. Erst, als kein Puls mehr tastbar war, durchtrennte dein Papi die Nabelschnur. Du wolltest auch schon an der Brust trinken, doch im Wasser gestaltete sich dies noch etwas schwierig, weshalb wir uns entschieden, die Geburtswanne zu verlassen. Ich legte dich in die Arme deines Papis und duschte mich ab. Kaum auf dem Gebärbett angelangt, hast du auch schon meine Brust gesucht und an beiden Seiten ausgiebig gezogen. Wir genossen die Kuschelzeit!

Auch die Zeit auf dem stationären Wochenbett im Geburtshaus war sehr gemütlich und du hast es soo toll gemacht und fast garnicht geweint! So hast du uns den Start als Familie wirklich nicht schwierig gemacht und wir sehen dich jeden Tag mit Freude an und denken gerne an deine Geburt zurück, welche in einer solch friedlichen, vertrauten Atmosphäre so gut verlief.

In Liebe, deine Mami <3

Die Geburt von Malaya Lou

 Anfang Oktober, an einem Sonntag war mein errechneter Termin. Schon einige Tage zuvor verspürte ich immer wieder leichte Wehen. Ich stand in regem Kontakt mit meiner Hebamme und meiner Hypnosetherapeutin (R.), welche mich ebenfalls zur Geburt begleitete.

 Vor dem Wochenende telefonierte ich mal wieder mit meiner Hebamme und wir vereinbarten einen Kontrolltermin für den kommenden Montag. Ich war mit meinen Kräften ziemlich am Ende und bat um einen sogenannten „Wehencocktail“. Es sollte doch nun endlich mal was passieren!;) Ich konnte es kaum erwarten mein Baby in den Armen zu halten. Am Sonntag hatte ich eine Stunde lang regelmässige Wehen, so dass ich meinen Mann schon fast bei der Arbeit anrufen wollte, er solle jetzt nach Hause kommen. Nach einer Stunde vergingen diese Wehen aber plötzlich wieder und ich beschloss noch zu warten.

 Dann war das Wochenende vorbei und ich erwachte am Montag mit etwas Blut im Slip. Sofort habe ich wieder meiner Hebamme geschrieben. Sie meinte, dass wir uns ja sowieso sehen werden zur Kontrolle und dass es schon sein könne, dass es jetzt so langsam losgehe. Ich solle mir keine Sorgen mache! Gegen Mittag hatten wir dann den Kontrolltermin. Wehen zeigte es noch fast keine auf am CTG, jedoch war mein Muttermund 2cm geöffnet. Ohh..ich wurde langsam doch etwas nervös…es geht los! Unser Mädchen macht sich auf den Weg zu uns! Ich hatte die Wahl, ob ich im Geburtshaus bleiben wolle, oder noch einmal nach Hause gehe. Da aber keiner sagen konnte wie lange es wirklich noch dauert, beschlossen wir noch einmal heim zu fahren. Am Nachmittag, während unseres Spaziergangs, wurden die Wehen mehr und stärker. Immer wieder musste ich stehen bleiben und eine Wehe veratmen. Noch immer hatte ich nicht ganz kapiert, dass ich schon mitten in der Geburt war.

 Am Abend kam meine Hypnosetherapeutin zu uns, um nach mir zu sehen. Ich ging in die Badewanne und R. machte zum ersten Mal eine lange Hypnose mit mir. Wir wollten schauen, wie regelmässig die Wehen während, oder nach der Hypnose/ dem Bad kamen. Plötzlich  kamen sie alle 2min und wir beschlossen nun auch die Hebamme zu informieren. Ich kam aus der Wanne und sagte meinem Mann, dass es jetzt so weit sei, wir unsere 2jährige Tochter wecken müssen und er sie zu meiner Freundin fahren solle. Ich würde mit R. schon einmal vorfahren ins Geburtshaus nach Pratteln. Gegen 22.00Uhr waren wir dann da. Immer wieder musste ich meine Wehen veratmen. Jetzt merkte auch ich langsam, dass die Kleine zur Welt kommen wollte. Sofort stieg ich in die Wanne. Da mir während der ersten Geburt, das warme Wasser so gut tat, wünschte ich mir wieder eine Wassergeburt. Irgendwie war mir aber dann doch nicht nach „baden“. Es fühlte sich so „nicht richtig" an und auch die Hypnose, klappte einfach nicht mehr so recht. Meine Hebamme kontrollierte den Muttermund, welcher sich Stück für Stück öffnete, bis er bei 10cm ankam. Ich testete verschiedene Geburtspositionen wie Bett, Mayahocker, doch noch einmal Wanne, aber irgendwie war nichts mehr bequem. Ich hatte solche Schmerzen und hielt es fast nicht mehr aus! Dann ging meine Fruchtblase auf. Ich bekam Wehenmittel, Wehenhemmer, Krampflöser, aber meine Kleine wollte nicht ganz in den Geburtskanal hinunterrutschen. Irgendwann sagte ich meinem Geburtsteam, ich wolle eine PDA, ich wolle ins Spital!

 Meine Hebamme holte die andere, anwesende Hebamme zur Geburt dazu. Sie wollte eine 2. Meinung einholen und sagte mir, wenn diese das Gleiche sage, können wir in Betracht ziehen ins Spital zu fahren. Die andere Hebamme tastete ebenfalls meinen Muttermund, während einer Wehe und stellte fest, dass ich zwar offen war, aber das Baby nicht runterrutschen wollte. Jetzt war alles schnell klar. Ich wollte nach Liestal ins Spital und so wurde ein Krankenwagen gerufen, der mich dort hinbringen sollte. Die Fahrt im Auto nahm ich gar nicht richtig war. Mein Mann und meine Hebamme waren immer bei mir und gaben mir so Sicherheit. Unterwegs setzten die Presswehen ein.  Im Geburtszimmer angekommen stellten sich die Ärzte und die dort leitende Hebamme vor und teilten mir mit, dass es für eine PDA zu spät sei, da die Kleine jetzt kommen wolle. Ich bekam etwas Lachgas, welches ich, während den Wehen, selber inhalieren konnte. Meine Geburtshaus- Hebamme leitete die Geburt und nahm so auch eine knappe halbe Stunde, nachdem wir im Spital ankamen, unsere zweite Tochter in Empfang. Sofort legte sie mir Malaya Lou auf die Brust und ich begann sie zu stillen. Endlich war sie da, unsere süsse kleine/ grosse Tochter! Mit ihren fast 4,5 kg und 51cm war sie so vollkommen und schön. Wir verdrückten alle ein paar Tränchen und konnten unser Glück kaum fassen.

 Obwohl das im Spital normalerweise nicht üblich ist, konnte meine Hebamme Malaya Lou in Empfang nehmen und hat mir so in jedem Moment von Beginn bis zum Ende Sicherheit und Vertrauen gegeben. Danke dafür von ganzem Herzen, du bist einfach die Beste!

 Meine Hypnosetherapeutin hat vor allem in der Anfangsphase der Geburt sehr viel zu meiner inneren Ruhe und Entspannung beigetragen. Ich bin so froh, dich zu kennen, danke dir für alles!

 Schatz, unsere 2. Tochter, unser Sonnenschein…Endlich!;) Ich danke dir einfach für alles…du bist der beste Papi für unsere Töchter. Wir lieben dich!

3 Stunden nach der Geburt waren wir schon wieder im Wochenbett des Geburtshauses angekommen, wo ich noch 3 Nächte mit Malaya Lou verbrachte. Wie bei der ersten Tochter, war es für mich toll und gab mir Sicherheit! Obwohl das Haus grad ziemlich voll war in dieser Zeit, habe ich diese Möglichkeit sehr geschätzt, die ersten Tage nach dieser turbulenten Geburt umsorgt und behütet zu sein.

Das schönste Geschenk

 Ein wunderschönes Erlebnis

Ich war bereits mehrere Tage über den Termin, als morgens um 06.30 Uhr meine Fruchtblase platzte. Nach Absprache mit meiner Hebamme konnte ich jedoch beruhigt noch zuwarten und als sich 2 Tage später immer noch nichts tat, es dem Baby jedoch immer noch gut ging, leiteten wir die Geburt mit Rizinusöl ein. Um 15 Uhr des zweiten Tages nach Blasensprung hatten wir sowieso noch einen Termin im Geburtshaus. Dort angekommen sah meine Hebamme mir an, dass ich bereits Wehen hatte. Sie untersuchte mich und sagte, dass der Muttermund 2cm geöffnet sei. Ich war mit den Wehen etwas überfordert und bekam zuerst etwas Angst, mir kamen bei jeder Wehe die Tränen. Doch meine Hebamme leitete mich wunderbar und geduldig an, die Wehen mit Veratmung in Empfang zu nehmen, sich darauf einzulassen und sich möglichst zu entspannen. Ab dann begann ich die Wehen zu veratmen und wir beschlossen, direkt im Geburtshaus zu bleiben. Wir gingen noch eine Runde spazieren, wobei ich alle paar Minuten Wehen im Stehen veratmen musste. Ich fühlte mich jedoch sehr aufgehoben und wohl. Es tat mir gut, zu wissen, dass das schöne Geburtshaus, mein sicherer Hafen, direkt um die Ecke war. Zurück im Geburtshaus, es war nun ca. 17 oder 18 Uhr, wurden die Wehen stärker...ich musste sie langsam vertönen. 
Ich hatte Vertrauen in die Hebammen und in mich selber. Dies führte dazu, dass der Muttermund sich gut öffnete und ich bald die ersten Presswehen spürte. Mein Baby hatte sich jedoch noch nicht ganz richtig positioniert, weswegen ich noch etwas Geduld brauchte. Zwischendurch konnte ich immer wieder in die warme Wanne gehen, Kerzen brannten, meine Hebamme war immer da. Ich fühlte mich Zuhause. Geborgen.
Die nächsten Stunden ging ich wieder in die Wanne, war wieder draussen...sass auf dem Maja Hocker, während mein Mann mich hinten stützte...die Zeit verging für mich wie im Flug.
Auch als ich langsam am Ende meiner Kräfte war, wurde ich von meiner Hebamme und einer zweiten Hebamme wundervoll umsorgt. Die Ruhe in ihren Stimmen, ihre Zuversicht, ihre Geduld, all dies gab mir enorme Kraft. Plötzlich überkamen mich Druckwellen, intensiv, stark, der ganze Körper spannte sich an, ich stöhnte laut und dieser Druck wanderte nach unten. Dies waren nun die Presswehen, so dachte ich. Plötzlich merkte ich ein Brennen. 
„Dein Baby ist bald da, jetzt kommt es darauf an, jetzt musst du ihm helfen. Es braucht dich“ So hörte ich die Hebammen sagen. Eine enorme und wundervolle Kraft durchwanderte meinen Körper. Nach 2 Presswehen konnte ich den Kopf mit meinen Fingern spüren. Wow, das ist mein Baby. Es kommt! Mein kleines Mädchen, es weinte kurz...während die Hebammen es sanft mit Tüchern abwischten und es mir direkt auf die Brust legten.
Was für ein Gefühl! Dein warmes süsses kleines Kind, es ist da! Es atmet zwischen deinen Brüsten und schaut mit seinen winzigen Äuglein die Welt an. Was für ein Kampf. Mein Baby, wir haben es geschafft. Es geht uns gut. Die Liebe überströmt dich, das warme kleine unschuldige Wesen auf deiner Brust schaut dich an, als wolle es sagen: Danke, Mama. Wir haben es geschafft. Ich bin da. Alles ist gut. Das pure Glück auf Erden, Stolz, Freude...Dankbarkeit...an Gott, an die Welt, an die grosse Macht der Natur. Das grösste Glück, deine gesunde kleine Tochter, sie wärmt dich und du hältst sie fest. Das ist das schönste Gefühl auf Erden!
Mein Mann und ich genossen so 1,5 Stunden zusammen im Geburtszimmer bei schönem Kerzenschein...die Hebammen zogen sich zurück, damit wir ganz unter uns sein konnten. Wir kuschelten uns aneinander, hörten unsere Herzschläge...liebten uns von der ersten Sekunde an mit einer solchen Intensität, die nicht beschreibbar ist. Ich spürte die Nachwehen, bald würde die Plazenta kommen. Die Nabelschnur pulsierte noch. Mein Baby und ich waren noch miteinander verbunden...dann kam langsam meine Hebamme wieder ins Zimmer. Sie meinte, dass die Plazenta nun bald kommen würde. Mein Mann durfte die Kleine dann abnabeln und uns wurde die Plazenta in Ruhe gezeigt und alles erklärt. Währenddessen war mein Baby an meiner Brust und wurde schon gestillt. Dies funktionierte einwandfrei.
Während meine Hebamme mit meinem Mann unser Baby in Ruhe begutachteten und den Gesundheitscheck machten, ging ich duschen. Die Dusche ist gleich neben dem Geburtszimmer. Mental war ich frisch und munter, glücklich.....und vor allem, sehr sehr stolz! Ich sass auf meinem Schemmel unter der Dusche, waschte meinen geschundenen Körper und lächelte dabei. 
Mein Herz war glücklich.
Danach gingen wir zusammen aufs Wochenbettzimmer. Ein super süsses Zimmer mit Familienbett, Tischchen und Stubenwagen. Richtig heimelig.

Das Geburtshaus war eine Idylle für uns. Wir hatten immer eine eigene Hebamme, die nur uns betreute. Wir waren ja schliesslich die Einzigen. Wir wurden lecker bekocht, serviert, beraten…unser Baby wurde untersucht, babysittet...und so verbrachten wir den Tag nach der Geburt, den 24.12., im Geburtshaus, als kleine glückliche Familie. Bekocht mit Suppe, Salat, Pasteten, Papayacreme und Weihnachtsgutzi...während unser kleines Baby, der grösste Sonnenschein unseres Lebens, uns anschaute und wir innerlich vor Glück strahlten.

Schöne Weihnachten...das schönste Geschenk! Danke!

Danke Tagmond

 Ein jedes Kind soll mit Achtsamkeit und Würde ins Leben starten,
eine liebe Hebamme an der Seite haben, um das Kinde und das Schöne zu erwarten.

 Es spielt eine Rolle, wie wir geboren werden und hier ankommen,
eine Urkraft, ja ein Erwachen zeigt sich da und auf einmal ist alles so vollkommen.

 Ein Glück mit Füssen, ja ein Traum zu zweit, zu dritt oder mehr ist in Erfüllung gegangen, 
ob Sonnenschein, ob Regen, ob Schnee oder ob ein Himmel der verhangen.

 Ein Kind ist nun hier angekommen, die Zeit scheint still zu stehen,
im Moment bläst sich diese Seifenblase auf und man kann nur noch das Pure sehen.

 Welch Wunder dieser Welt und der Natur so nahe und rein, 
ja so darf und wird eine sanfte Geburt im Tagmond in Pratteln sein.

 Ich kann es wirklich rühmen und ehren in grossen Worten, 
diese Hebammen da gehören zu den Seelen der besonderen Sorten.

 Und alles darf so sein wie es ist und man fühlt sich wunderbar aufgehoben,
ein grosser Dank mit Segen gehört auch dem grossen Lieben da ganz oben.

 Welch gutes Haus mit dem Drumherum zeigt sich am allerbesten auch,
auf der Homepage im weltweiten Netz, das man ansieht mit einem grossen Bauch.

 Die Entscheidung da zu verweilen ist meist sehr gross und klar 
wenn man auch zu besuche in den umliegenden Spitälern war.

 Ein grosser Dank und eine tiefe Anerkennung soll jetzt für Euch Lieben sein,
eine wunderbare Erfahrung und das Gefühl, etwas in meinem Leben richtig gemacht zu haben, 
ist nun mein.

 Das grosse Glück mit meiner Familie und zwei gesunden Kindern darf ich nun stolz in meinem Leben wissen
und angefangen hat diese Freude im Geburtshaus zwischen den weichen und hilfreichen Kissen.

 

Claudia Mathys 

 

 

Die Geburt von Novelle Grace

 

Am Montag, 12. September 2016 waren wir bereits 11 Tage über dem Termin. Wir gingen an diesem Tag zum Ultraschall, um zu sehen ob unser Baby noch genügend Fruchtwasser hat und noch ausreichend von der Plazenta versorgt wird. Da alles in Ordnung war, verbrachten wir einen entspannten Abend mit unseren zwei Kindern Kayla und Jayden.  Um ca. 21.45 Uhr spürte ich ein Ziehen im Rücken, zuerst dachte ich mir nichts dabei, aber als ich auf die Uhr schaute, bemerkte ich, dass ich so etwa alle 10 Minuten dieses Ziehen verspürte. Da wurde ich dann ein wenig aufgeregt! Ich beschloss meine gute Freundin und Geburtsfotografin Beryll anzurufen, um mich abzulenken aber auch ein wenig um sie vorzuwarnen.

Wir telefonierten dann und als wir fertig waren rief ich noch meine Hebamme an. Sie riet mir dazu, die homöopathischen Globuli zu nehmen, welche ich von ihr bei der letzten Kontrolle erhalten hatte und mich ein wenig schlafen zu legen. Ich war total aufgeregt und gespannt, was noch kommen würde. Um ca. 03.45 erwachte ich mit einem ziemlich starken Ziehen im Rücken aber auch weil Jayden gestillt werden wollte. Die Wehen kamen alle 2-3 Minuten! Ich war soooo aufgeregt! Es geht endlich los! Ich wartete eine halbe Stunde und rief dann Beryll an, um ihr mitzuteilen, dass sie zur Geburt kommen kann, um uns wundervolle Fotos zu zaubern! Danach rief ich meine Hebamme an, dass sie nun kommen kann! Ich weckte Kevin, meinen Mann, welcher dann Kayla und Jayden von meinem Vater abholen liess. Währenddessen veratmete ich die Wellen, Kevin begann dann den Geburtspool aufzustellen und zu füllen. Bernadette, die Hebamme kam dann dazu, sie untersuchte mich, der Muttermund war bei 3cm. Ich freute mich so sehr! Schon bald würden wir unser Baby in unsere Arme schliessen dürfen! Wie aufregend! Ich konnte es kaum erwarten! Die Wellen wurden stärker, und ich freute mich sehr, als ich in den Pool konnte. Das warme Wasser war so entspannend. Léa, die zweite Hebamme kam kurze Zeit später auch dazu. Ich fühlte mich absolut wohl und so umsorgt und wir waren so voller Vorfreude. Kevin machte Walgesangsmusik an, welche so wunderschön war. Ich war absolut konzentriert und mit unserem Baby verbunden. Ich stellte mir immer wieder vor wie sich eine Blüte öffnete, jede Welle brachte mich unserem Baby ein Stück näher! Um ca 6.30 traf Beryll ein, sie stellte sich in den Hintergrund und begann mit dem Fotografieren. Es dauerte nicht lange und ich bemerkte das Fotografieren gar nicht mehr. Ich kreiste immer wieder mein Becken und nahm jede Welle an. Ich fühlte mich unglaublich stark!  Ich spürte unser Baby strampeln, ich streichelte meinen Bauch und redete nochmals mit unserem Baby. Bald würden wir es in unseren Armen halten! Ich konnte es kaum erwarten! Ich habe jede Bewegung bewusst wahrgenommen und ein letztes Mal genossen, das Strampeln in meinem Bauch zu spüren. Wie wundervoll es war, noch ein letztes Mal diese Tritte zu spüren! Bernadette sagte noch: Ja, jetzt will es zu euch kommen! Wie schön es war, diese Worte zu hören! Die Wellen wurden stärker, die Abstände kürzer und ich hatte das Gefühl mit jeder Welle stärker zu werden! Ein unbeschreibliches Gefühl! Während jeder Welle klammerte ich mich an Kevin, dazwischen trank ich unglaublich viel Wasser! Die Übergangsphase hatte begonnen, ich wollte langsam nicht mehr, ich wollte endlich unser Baby halten! Komm raus Baby, sagte ich. Bernadette motivierte mich! Du schaffst das Kiki Du bist stark! Die Fruchtblase platzte, ich wusste es dauert nicht mehr so lange! Mein Muttermund war bereits fast ganz offen, ich kehrte mich um, und setzte mich halb hin, damit Léa die Herztöne besser hören konnte. Dann spürte ich unglaublichen Druck, es war schon das Köpfchen, das drückte und rauswollte. Kräftig hab ich mitgeschoben, immer und immer wieder. Ich kniete wieder hin, aber der Druck war sitzend besser auszuhalten. Bald, bald würde es soweit sein! So lange hatten wir auf diesen Moment gewartet. Bernadette sagte, nun könnte ich das Köpfchen auch spüren. Ich streichelte kurz das samtweiche Köpfchen und schon kam die nächste Welle, das Köpfchen war da! Da war unser Baby! Ich konnte es nicht fassen! Ich fühlte mich wie eine Göttin, stärker den je! Ich hab nochmal kräftig mitgeschoben und da war unser Baby! Wie wunderschön und überwältigend! Ich nahm unser Baby in den Arm und konnte es kaum fassen: Hallo Baby! Wir haben es geschafft! Oh, wie schön du bist, sagte ich! Überglücklich saugten wir jede Sekunde auf! Und dann, schaute ich Kevin an, sollen wir nachschauen was es ist? Langsam hoben wir die Nabelschnur und schauten zwischen die klitzekleinen Beinchen. Ein Mädchen! Ein umwerfend schönes Mädchen!  Kurz danach, gebar ich die Plazenta, wir liessen die Nabelschnur auspulsieren und konnten das Pulsieren sogar noch spüren! Wie wahnsinnig beindruckend! Als sie auspulsiert war, schnitt Kevin voller stolz die Nabelschnur durch! Ich kam aus dem Pool und Kevin knuddelte unsere Prinzessin. Wir legten uns aufs Sofa und stillten schon das erste Mal, einfach unbezahlbar! Nach ausgiebigem Kuscheln wurde sie gewogen und gemessen. 3600g, 51cm pures Glück mit einem Kopfumfang von 35cm geboren am 13. September 2016 um 8.44 Uhr.

Nach 2 Tagen waren wir uns dann auch sicher, unsere Prinzessin wird Novalee Grace heissen!

eine Geburt im TagMond

Erfahrungsbericht


Die Geburt meiner Tochter war für mich wirklich schön, und ich bin glücklich das sagen zu können. Denn  die Geburtsberichte, die ich mir während der Schwangerschaft von Freundinnen und Bekannten angehört habe, handelten leider oft von Komplikationen und Eingriffen… Kein Wunder, dass ich schon recht früh in der Schwangerschaft mit Angst auf die Geburt geblickt habe. Bis mir eine Bekannte das Buch„Hypnobirthing“ in die Hand drückte. In dem Buch wurde plausibel erklärt, wie sehr die Angst vor der Geburt letztlich die Ursache von Komplikationen sein kann und dass eine natürliche und gleichzeitig nicht allzu schmerzhafte Geburt möglich ist. 
In den letzten Monaten der Schwangerschaft habe mich intensiv mit dem Thema Geburt befasst und mich vorbereitet – und ich denke das hat sich ausgezahlt. Ich habe einen Hypnobirthing –Vorbereitungskurs besucht und bei einer zusätzlichen Einzelstunde das Entspannen-lernen vertieft. Auch zu Hause habe die Entspannungs-Übungen gemacht,
Dammmassage und Epino in den letzten drei Wochen, ausserdem Heublumen-dampfbäder, um den Damm gut vorzubereiten. Schliesslich habe ich Geburtswunschlisten geschrieben, regelmässig alle meine Fragen mit den Hebammen besprochen, schöne Geburtsmusik zusammengestellt, und bin mit meinem Partner alles durchgegangen.
Neben Hypnobirthing war die wohl wichtigste Entscheidung für mich die fürs Geburtshaus. Dass es dort keine Möglichkeiten für PDA oder Kaiserschnitt gibt hat mich vielmehr erleichtert als verunsichert. Beim ersten Geburtshaus, das ich mir anschaute, wurde ich gebeten mir Geburtsumstände vorzustellen in denen ich „maximal loslassen“
könnte. Da kam mir sofort das Bild von einem schönen, geborgenen Ort in der Natur in den Sinn, eine kleine sonnendurchflutete Lichtung im Wald, wo ich ganz alleine wäre und niemand mich sehen oder hören könnte. In der Einsamkeit und gleichzeitig Geborgenheit der Natur könnte ich wirklich loslassen. Es wäre ein fast magisches Ereignis, in meiner Vorstellung.
 

Die Geburt wie ich sie erlebte


In meinen Augen begann die Geburt gegen 2 Uhr nachts oder sogar noch etwas früher, als ich regelmässige Wehen spürte. Doch sie waren noch zu schwach und wurden im warmen Badewasser eher schwächer als stärker. Vormittags machten wir einen Spaziergang, bei dem ich mich bereits bei jeder Wehe abstützen müsste – bei meinem Partner oder an Mauern oder was auch immer grade da war. Es war ein wunderschöner, warmer Herbsttag. Zwischenzeitlich habe ich viel Zeit in der Badewanne verbracht, aber auch im Bett und auf dem Sofa. Ich konnte auch zwischendurch schlafen. Gegen vier Uhr nachmittags haben wir noch einen Waldspaziergang gemacht. Bei jeder Wehe habe ich mich an einen Baum gelehnt und mein Partner hat von hinten auf meinen unteren Rücken gedrückt – das hat mir sehr geholfen und die Schmerzen wirklich sehr reduziert. Ungefähr ab da hat die Geburt auch „offiziell“ begonnen. Zwischen den Wehen konnte ich ganz normal spazieren gehen. Später lag ich dann noch auf dem Sofa, mit einer Wärmflasche. Irgendwann wusste ich: Jetzt muss ich los, sonst kommst das Baby noch auf dem Sofa. Eine dreiviertel Stunde später kamen wir beim Geburtshaus an. Und weitere zwei Stunden später war das Baby schon da. Das wichtigste war für mich: Das warme Wasser in der Geburtsbadewanne, die beruhigende Hintergrundmusik und mein Partner, der mir mit viel Gewicht und  Kraft bei jeder Wehe auf den Rücken drücken „musste“ – nur so waren die Wehen für mich erträglich. Ich habe ruhig und tief geatmet, das war kein Problem. Es war so angenehm in der Wanne, aber auch heiss und mein Kopf und Rücken mussten gekühlt werden. Ich fand es sehr schön, dass mein Partner so einen wichtigen und aktiven Part hatte – so war es fast eine gemeinsame Erfahrung. Die letzte halbe Stunde habe ich dann viel geschrieen und gejammert, aber in keinem Moment war ich so unsicher, dass ich an der Fähigkeit meines Körpers zu gebären gezweifelt hätte, in einem Moment habe ich gedacht „wenn ich das hier durchstehen soll, brauche ich mehr Pausen“ – und sofort hatte ich den Eindruck, dass die Pausen zwischen den Wehen länger wurden und die Wehen selbst dafür kürzer. Dass mein Körper so mit mir zusammenarbeitet war eine intensive und schöne Erfahrung. Der Moment in dem die Kleine im Wasser war, erinnere ich mich so: Die Hebamme sagte, sie sei da und dann wurde sie unter Wasser zu mir nach vorne, zwischen den Beinen durchgeschoben und ich konnte sie selber hochnehmen. Am meisten erinnere ich mich an dem Moment, wo sie im Wasser zu mir gekommen ist und ich sie an mich genommen habe. Anschliessend war ich vor allem erschöpft und konnte mich gar nicht richtig freuen, zumindest war ich nicht euphorisch. Es hat sich vielmehr so selbstverständlich angefühlt: Das ist mein Baby, ich habe es gerade geboren. Ich hielt die Kleine vor mir im Wasser, damit ihr nicht kalt wird, während wir auf das Auspulsieren der Nabenschnur warteten. Mein Partner war ausserhalb der Wanne aber direkt bei uns. Ich war sehr glücklich darüber, dass unser Baby so friedlich und entspannt wirkte und nicht geschrien hat. Als die Nabelschnur durchtrennt war, kam sie aufs Bett auf den nackten Oberkörper meines Partners, mit einer Decke darüber.
Ich fand es sehr schön, dass mein Partner so ein paar Minuten mit ihr allein hatte und es war kein Problem für mich, noch in der Badewanne zu sein, um die Plazenta zu gebären. Anschliessend, als ich auch zu den beiden ins Bett kam, war es mir sehr wichtig, die Kleine so schnell wie möglich zu stillen – ich weiss gar nicht warum, aber das war mein wichtigster Gedanke. Es hat auch sofort und problemlos geklappt, und so ist das erste Foto entstanden, auf dem ich die Kleine stille. Dass sie dann gewogen und angezogen wurde, während ich vom Bett aus zusah, war eher komisch für mich. So ein kleines Wesen, so frisch auf der Welt, und soll schon Kleidung bekommen. Beim nächsten Mal werde ich vielleicht darum bitten, dass das Baby erstmal nur mit einer Decke umwickelt wird. Für mich war die Geburt meiner Tochter ein wunderschönes, intensives Ereignis und ich habe Erinnerungen an einen friedlichen Geburtsraum mit Kerzen, Musik und gedämpftem Licht, an eine ganz besondere Atmosphäre.

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